BVB imponiert, Bayern im Glück – Frankfurt feiert «Fußball-Gott»

Die alten Rivalen aus Dortmund und München souverän an der Tabellenspitze, Mönchengladbach in der tiefen sportlichen Krise am Tabellenende. Frankfurts Meier feiert traumhaftes Comeback.
Bescheidene Generalproben vor dem Auftakt in der Champions League, ein souveräner Siegeszug von Borussia Dortmund und ein Dusel-Sieg für Meister Bayern: Die Glanzlichter in der Fußball-Bundesliga nach der Länderspielpause setzten fast ausnahmslos die Außenseiter. Für den größten Aufreger sorgte das Schiedsrichtergespann im Derby der Münchener gegen den FC Augsburg mit einem unberechtigten Foulelfmeter, der in der Schlussminute zum Sieg für den FC Bayern führte.
«Das war bodenlos», wetterte Augsburgs Trainer Markus Weinzierl, dessen Team lange Zeit 1:0 führte und am Ende wegen einer falschen Wahrnehmung des Schiedsrichter-Assistenten um einen Punkt gebracht wurde. «Da lag er falsch, da lag ich falsch. Da waren die Auslegung und die Wahrnehmung einfach eine falsche. Tut uns leid», sagte Schiedsrichter Knut Kircher nach der umstrittenen Szene als Douglas Costa in seinen Gegenspieler Markus Feulner lief und zu Boden fiel.
Thomas Müller nutzte die Gelegenheit mit dem verwandelten Strafstoß zum 2:1-Sieg. Zur äußerst mäßigen Leistung des Teams sagte Bayerns Abwehrchef Jerome Boateng. «Die erste Halbzeit reicht auch nicht für die 2. Liga».
Dennoch schafften die Bayern als einziger deutscher Teilnehmer einen Sieg vor dem Champions-League-Start. Der VfL Wolfsburg musste sich beim Debüt von Neuzugang Julian Draxler mit einem 0:0 beim FC Ingolstadt begnügen. Bayer Leverkusen verpatzte die Generalprobe mit einer überraschenden 0:1-Niederlage gegen den starken Aufsteiger Darmstadt 98. Bayer-Stürmer Stefan Kießling versprach Besserung vor dem Heimspiel gegen BATE Borissow. «Da wird eine Mannschaft auf dem Platz stehen, die richtig Gas gibt.»
In eine tiefe sportliche Krise ist Borussia Mönchengladbach nach der vierten Niederlage nacheinander gerutscht. «Wir müssen jetzt Lösungen finden. Aber das wird schwer. Es wird dieses Jahr kein Wunder geben», sagte Trainer Lucien Favre nach dem blamablen 0:3 gegen den Hamburger SV. Zudem muss das Team, das am Dienstag in der Champions League beim FC Sevilla antritt, erneut zwei Monate auf Kapitän Martin Stranzl verzichten. Der 35-Jährige erlitt bei seinem Comeback nach fünfmonatiger Verletzungspause eine Fraktur der Augenhöhle und musste bereits operiert werden.
Souveräner Spitzenreiter vor den punktgleichen Bayern bleibt Borussia Dortmund nach dem 4:2-Erfolg bei Hannover 96, zu dem Pierre-Emerick Aubameyang zwei Treffer beisteuerte. Bundestrainer Joachim Löw glaubt, dass dem Rekordmeister wieder ein ernster Konkurrent im Nacken sitzt. «Dortmund hat eine sehr, sehr große Qualität. Ich glaube schon, dass das dieses Jahr wieder der Kampf werden kann», sagte Löw im ZDF-Sportstudio.
Ein spektakuläres Comeback nach fünf Monaten Verletzungspause feierte Eintracht Frankfurts Torjäger Alexander Meier, der beim 6:2 gegen den 1. FC Köln gleich drei Treffer erzielte. «Das war phänomenal», befand Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen. Selbst Kölns Trainer Peter Stöger war angetan. «Wir haben Meier herzlich willkommen geheißen zurück in der Bundesliga und es ihm leicht gemacht. Der hat seinen Spaß gehabt».
Auch Claudio Pizarro kehrte erfolgreich auf die Bundesliga-Bühne zurück und trug erstmals nach 1226 Tagen wieder das Trikot von Werder Bremen. Beim 3:1-Sieg der Norddeutschen in Hoffenheim machte sich die Einwechslung des Angreifers in der 82. Minute bezahlt. Der Routinier bereitete die 2:1-Führung durch Anthony Ujah kurz vor Schluss vor. Zlatko Junuzovic rundete die starke Vorstellung seiner Mannschaft mit seinem zweiten Treffer ab.
Nach der Aufregung um den Wechsel von Julian Draxler zum Ligakonkurrenten Wolfsburg kehrte beim FC Schalke wieder Ruhe ein. Das 2:1 (1:1) über den FSV Mainz zum Abschluss des 4. Spieltages stellte die Fans des Revierclubs zufrieden. Joel Matip und Klaas-Jan Huntelaar trafen zum hart erkämpften ersten Heimsieg, der dem Team von Trainer André Breitenreiter zu einem Sprung auf Rang fünf verhalf.