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Vasek Pospisil ist seit 2018 Teil des Spielerrates der ATP. Seit jeher setzt er sich für eine fairere Ausschüttung des Umsatzes von ATP-Turnieren ein. In einem offenen Essay illustriert er, wie verzweifelnd seine Arbeit ist.

„Wir brauchen Veränderungen“, schreibt Pospisil in The Globe and Mail, einer kanadischen Tageszeitung. Zwei Punkte fordert der 28-Jährige: „Es geht um einen größeren Anteil für Spieler an den Umsätzen der Turniere, und eine Vereinigung, die für die Spielerinteressen eintritt.“

Sollten diese beiden Punkte eintreten, verspricht sich der Kanadier „Fairness und Transparenz“. In seinem Essay gibt er persönliche Einblicke in die Zustände des ATP-Vorstandes. Er moniert die Verteilung der Stimmen: Derer drei gehören Vertreter der ATP-Turniere, drei weitere haben Spieler inne. „Alle wesentlichen Punkte enden in einer Abstimmung mit 3:3. Es bleibt alles unverändert und die Turniere entscheiden weiterhin, weil sie am längeren Hebel sitzen“, kritisierte Pospisil.

Zum wiederholten Male zog Pospisil den Vergleich zu anderen Sportarten, in denen Spieler meist einen Anteil von 50 Prozent an Gesamteinkommen erhalten. Im Tennis liegt dieser Anteil laut Pospisil bei höchstens 14 Prozent. „Daher können nur eine Handvoll Spieler wirklich gut vom Sport leben“, ärgert er sich.

So haben etwa die Top-50 der Weltrangliste ein tolles Leben, wie Pospisil zugibt und sich selbst miteinbezieht. Allerdings ist es für jene außerhalb der Top-100 aufgrund von hohen Personalkosten unmöglich, schwarze Zahlen zu schreiben.

Außerdem monierte er, dass die aktuelle Stuktur der ATP es unmöglich mache, Veränderungen im Sinne der Spieler herbeizuführen. „Keine andere Sportart ist so chaotisch strukturiert. Es lässt uns Spieler absolut ohne Macht. Warum gründen wir also nicht eine Spielervereinigung, wie das in anderen Ligen üblich ist?“, fragt Pospisil, um sich selbst die Antwort zu geben.

Die ATP drohe den Spielern mit einer Klage, sollten sie sich als unabhängige Einzelunternehmer plötzlich zu einer Vereinigung formen. „Es wäre wichtig, den Sport auf mehr als nur eine Elite auszuweiten. Wir müssen den Gewinn auf jene ausweiten, die ihr ganzes Leben lang hart arbeiten. Tennis braucht Veränderung“, schließt Pospisil seinen Appell.